AES Schüleraustausch in Franklin

Von 11. März 2019 März 25th, 2019 Franklin

Catia Huber, Sumin Im, Tobi­as Krapf, Luke Mona­g­han, Jani­ka Schaf­f­rath, Pau­li­na Schwan­na, Sebas­ti­an Tosun und Ele­na Weber von der Albert-Ein­stein-Schu­le in Bad Soden

Eine Schü­ler­grup­pe flog im Febru­ar 2019 in unse­re Part­ner­stadt Fran­k­lin. Hier ist ihr Bericht:

Am 27. Febru­ar 2019 um 8:30 begann unse­re Rei­se nach Ame­ri­ka. Mit viel Vor­freu­de stie­gen wir in unse­ren ers­ten Flie­ger nach Lon­don-Heathrow. Am 28. Febru­ar 2019 kamen wir um 16:30 in Nash­ville an, was nur ca. 10-20 Minu­ten von unse­rer neu­en „Hei­mat­stadt“ Fran­k­lin für zwei Wochen ent­fernt ist.

Das Leben in ame­ri­ka­ni­schen Gast­fa­mi­li­en war für alle Aus­tausch­schü­ler ein vol­ler Erfolg. Schon beim Emp­fang am Flug­ha­fen mit den selbst­ge­bas­tel­ten Pla­ka­ten merk­te man, man ist gut auf­ge­ho­ben und wird neue Freun­de fürs Leben fin­den. Jede ein­zel­ne Gast­fa­mi­lie war mit ihrer Gast­freund­lich­keit, Hilfs­be­reit­schaft und Offen­heit ein „Jack­pot“. Unse­re Gast­ge­schen­ke, egal ob Hari­bo, Mil­ka, Wein oder Magne­te, haben sowohl die Gast­el­tern als auch die Gast­ge­schwis­ter mit einem strah­len­den Gesicht ange­nom­men.

Das Essen war oft ame­ri­ka­nisch, lecker und frit­tiert. Unser Hori­zont wur­de mit ver­schie­de­nen Gerich­ten und Spei­sen erwei­tert, sodass nicht mehr nur noch Bur­ger und Pom­mes als Ame­ri­ka­nisch gilt, son­dern auch Pop-Tards und frit­tier­te Essig­gur­ken.

Anders waren die Ver­kehrs­mit­tel. Öffent­li­che wer­den so gut wie gar nicht benutzt. Vie­les wird in Fahr­ge­mein­schaf­ten oder per­sön­lich ange­fah­ren, was prak­ti­scher und pri­va­ter, jedoch auch deut­lich schlech­ter für die Umwelt ist.

Ein paar der ame­ri­ka­ni­schen Aus­tausch­schü­ler konn­ten auch sel­ber schon ihr Auto fah­ren. Was mit 17 in Ame­ri­ka ganz nor­mal ist, ist für uns jedoch unge­wohnt. Die Autos sind deut­lich grö­ßer als in Deutsch­land, genau­so wie die Stra­ßen und Park­plät­ze, was uns alle ziem­lich über­rascht hat.

Ein High­light war das Bas­ket­ball­spiel von der Fran­k­lin High School und der Inde­pen­dence High School. Schul­sport ist in Ame­ri­ka sehr bekannt und popu­lär, wäh­rend bei uns meist nur in einem Ver­ein gespielt wird. Der Sport in der Schu­le bringt die Leu­te enger zusam­men und unter­stützt die Team­ar­beit.

Wäh­rend den Wochen­en­den ver­brach­ten wir alle viel Zeit mit unse­ren Gast­fa­mi­li­en, die uns die Umge­bung und das Land zei­gen woll­ten. Wir fuh­ren teil­wei­se bis zu sechs Stun­den an einem Tag und besich­tig­ten Städ­te wie Mem­phis oder Knoxvil­le. Egal was wir sehen woll­ten, die Gast­fa­mi­li­en fuh­ren mit uns dort­hin und erfüll­ten uns jeden Wunsch.

In den zwei Wochen­en­den besich­tig­ten man­che außer­dem einen Natio­nal­park und beka­men einen tol­len Ein­druck von der Natur und Land­schaft Ame­ri­kas. Außer­dem kam es zu einer Mäd­chen­über­nach­tung, wo sich alle deut­schen und ame­ri­ka­ni­schen Mäd­chen tra­fen.

Die Frei­zeit mit unse­ren Gast­fa­mi­li­en hat uns allen sehr viel Spaß gemacht und alle von uns waren posi­tiv über­rascht, wie vie­le Gedan­ken und Auf­wand man sich um uns mach­te. Genau aus den Grün­den war der Abschied ziem­lich schwer. Jedoch hat­te jeder im Hin­ter­kopf, dass es ein Wie­der­se­hen in nicht all­zu kur­zer Zeit geben wird.

Unter der Woche hat­ten wir ein toll orga­ni­sier­tes Pro­gramm. Unter ande­rem gin­gen wir in das Coun­try Music Hall of Fame Muse­um und das Sta­te Capi­tol von Ten­nes­see.

Im Coun­try Music Hall of Fame Muse­um in Nash­ville, in dem Errun­gen­schaf­ten der Coun­try-Musik aus­ge­stellt sind haben wir viel über die Geschich­te von Coun­try-Musik und über die ver­schie­de­nen berühm­ten Inter­pre­ten erfah­ren. Es war beein­dru­ckend zu sehen, wie vie­le unter­schied­li­che Din­ge dort aus­ge­stellt sind, wie zum Bei­spiel alte Gitar­ren, Autos und Klei­dung.

Mir hat beson­ders gefal­len, dass man dort auch selbst etwas machen konn­te, wie zum Bei­spiel ein Lied ver­än­dern, auf­schrei­ben, was Musik für einen bedeu­tet oder Ide­en geben für ein neu­es Song­the­ma. Es wur­den auch Fil­me gezeigt und Lie­der gespielt.

Dass in Nash­ville Musik eine gro­ße Rol­le spielt, merkt man sofort, wenn man durch die Stra­ßen läuft. In fast jeder Bar wird Coun­try-Musik gehört und in vie­len Bars spie­len Bands auch live. Es gibt Dach­ter­ras­sen, von denen aus man einen schö­nen Blick hat auf die beleb­ten Stra­ßen mit den vie­len bun­ten Lich­tern und auf die Leu­te, die alle gute Lau­ne haben.

Außer­dem haben wir das Ten­nes­see Sta­te Capi­tol besucht. Es befin­det sich eben­falls in Nash­ville und ist der Sitz der Regie­rung und des Gou­ver­neurs von Ten­nes­see. Dort haben wir eine Füh­rung durch das Gebäu­de bekom­men. Es ist ein wirk­lich beein­dru­cken­des Gebäu­de mit vie­len alten Bil­dern und Sta­tu­en. Der größ­te Raum im Capi­tol ist der „House Cham­ber“. Die­sen konn­ten wir jedoch nur von der Empo­re aus sehen, da eine Ver­samm­lung dort statt­fand.

Auch in Fran­k­lin, die Stadt wo wir gelebt haben, gab es viel zu sehen. Von dem Emer­gen­cy Cen­ter des Land­krei­ses über erfolg­rei­che Auf­nah­me­stu­di­os bis hin zur Geschich­te des Civil Wars konn­ten wir alles erfah­ren.

Das Dark Hor­se Record­ing Stu­dio ist ein Auf­nah­me­stu­dio, was nur ein paar Minu­ten von der Down­town Fran­k­lin ent­fernt ist. Dort haben schon vie­le berühm­te Künst­ler ihre Musik auf­neh­men und pro­du­zie­ren las­sen, z.B. Tay­lor Swift, Car­rie Under­wood, Keith Urban, Micha­el W. Smith und Neil Dia­mond. Wir hat­ten das gro­ße Pri­vi­leg, das Stu­dio und die Schu­le für die Aus­zu­bil­den­den besich­ti­gen zu dür­fen. Wir haben Pro­du­zen­ten ken­nen gelernt, konn­ten live im Stu­dio dabei sein und auch den Auf­nah­me­raum und ande­re wich­ti­ge Räu­me besich­ti­gen.

Für uns war es beson­ders inter­es­sant das Auf­nah­me­stu­dio zu besich­ti­gen, da Musik, beson­ders Coun­try Musik, für die Gegend um Fran­k­lin eine sehr gro­ße Rol­le spielt. Vie­le erfolg­rei­che und talen­tier­te Musi­ker leben in Fran­k­lin und Nash­ville und arbei­ten dort an ihrer Musik. Auch in Fran­k­lin gibt es jeden Som­mer ein gro­ßes Musik­fes­ti­val. So war es qua­si ein Muss für uns, uns dort genau­er mit Musik zu beschäf­ti­gen.

Ich per­sön­lich fand die Innen­stadt von Fran­k­lin sehr schön, da es vie­le schön gestal­te­te Läden gab.

Das Lotz Haus ist ein Muse­um, wel­ches sich in der Nähe der Innen­stadt von Fran­k­lin befin­det. Damals, als in Ame­ri­ka der Civil War herrsch­te, leb­te dort in die­sem Haus, wel­ches nun das Muse­um ist, die deut­sche Fami­lie Lotz. Die Fami­lie Lotz war im 19. Jhd. nach Fran­k­lin, Ten­nes­see aus­ge­wan­dert und Johann Lotz bau­te die­ses Haus im Jahr 1858.
 Die­ser Aus­flug ins Lotz Haus war sehr inter­es­sant für mich per­sön­lich, da ich mit­be­kom­men hat­te, dass die Geschich­te des Civil Wars sehr wich­tig für die Ame­ri­ka­ner ist.

Auf dem Pro­gramm in Fran­k­lin stand eben­falls der Besuch einer Feu­er­wehr Sta­ti­on an. Zuerst beka­men wir eine Füh­rung durch die kom­plet­te Ein­rich­tung. Es ging durch die Gemein­schafts­kü­che, den Auf­ent­halts- oder auch Wohn­be­reich und durch die Schlaf­zim­mer. Nach­dem wir uns die Ein­rich­tung ange­schaut haben, ging es wei­ter zu den Fahr­zeu­gen. Auch die­se wur­den uns bis ins Detail erklärt und jeder durf­te ein­mal auf dem Fah­rer­sitz Pro­be sit­zen.

An einem ande­ren Tag waren wir im Emer­gen­cy Inter­ven­ti­on Cen­ter in Fran­k­lin. Dort haben wir zu aller erst den Coun­ty Mayor getrof­fen. Dabei hat­ten wir die Chan­ce alle Fra­gen zu stel­len die uns über die Regi­on, die Stadt Fran­k­lin oder über sei­ne Arbeit inter­es­sie­ren.

Der „Bür­ger­meis­ter“ war sehr freund­lich und offen und hat uns alle Fra­gen sehr aus­führ­lich erklärt. Anschlie­ßend haben wir dann noch eine Füh­rung durch das Emer­gen­cy Cen­ter bekom­men. Das ist der Ort, wo die 911- Anru­fe ein­ge­hen. Um die 15 Mit­ar­bei­ter sit­zen vor Bild­schir­men, wobei jeder Mit­ar­bei­ter 5 Bild­schir­me gleich­zei­tig bedie­nen muss, und neh­men nach ein­an­der die Not­ru­fe an. Das klang wirk­lich sehr beein­dru­ckend und span­nend.

Alle Betei­lig­ten haben viel gelernt und auch viel mit­ge­nom­men. Wir haben gese­hen wie sehr Sport an High­schools unter­stützt wird, wie das ame­ri­ka­ni­sche Staats­sys­tem funk­tio­niert, wie Feu­er­wehr­leu­te und Bür­ger­meis­ter arbei­ten und vor allem wie die Lebens­wei­se einer ame­ri­ka­ni­schen Fami­lie ist.
Am Ende wol­len wir uns vor allem bedan­ken!

Dan­ke, dass wir nach Ame­ri­ka rei­sen durf­ten und vie­le neue Freun­de ken­nen­ler­nen durf­ten! Dan­ke, dass sich unse­re Gast­fa­mi­li­en so gut und umsich­tig um uns geküm­mert haben! Dan­ke auch vor allem an Frau Höl­lein, die sich eben­falls sehr umsich­tig um uns geküm­mert hat! Dan­ke an die Feu­er­wehr­män­ner, Tour­gui­des und Gast­ge­ber die wir besu­chen und ken­nen­ler­nen durf­ten! Dan­ke auch an Frau Kim Can­non und alle ande­ren Orga­ni­sa­to­ren und Fah­rer, ohne die alles, was wir machen konn­ten, nicht geklappt hät­te!

Der Aus­tausch hat uns allen sehr viel Spaß gemacht und uns vie­le neue Ein­drü­cke gege­ben, die wir unser gan­zes Leben in Erin­ne­rung haben wer­den.

„Doch das ist nicht das Ende“, wie eine Mut­ter der Ame­ri­ka­ni­schen Aus­tausch­schü­ler gesagt hat­te, „das ist erst der Anfang von einer lan­gen und star­ken Freund­schaft, die noch vie­le Jah­re und auch län­ger hal­ten wird!“