Praktikum mit Herz

Von 25. November 2018 April 4th, 2019 Franklin

Die 17-jäh­ri­ge Anto­nia aus Bad Soden hat im Okto­ber 2018 ein Schü­ler­prak­ti­kum in der Stadt­ver­wal­tung von Fran­k­lin absol­viert. Hier ist ihr Bericht:

Durch den IKUS Bad Soden am Tau­nus e.V. gibt es jedes Jahr für einen Schü­ler die Mög­lich­keit, ein USA-Prak­ti­kum in Bad Sodens jüngs­ter Part­ner­stadt Fran­k­lin, Ten­nes­see zu absol­vie­ren. Nach einer län­ge­ren Bewer­bungs­pha­se bekam ich im Som­mer die freu­di­ge Nach­richt, dass ich im Okto­ber 2018 für zwei Wochen in die Süd­staa­ten rei­sen darf.

Eine sehr net­te, gast­freund­li­che und herz­li­che Gast­fa­mi­lie wur­de für mich gefun­den und bereits eini­ge Wochen vor mei­ner Abrei­se lern­ten wir uns per E-mail und Sky­pe ken­nen.

Der allei­ni­ge Hin- und Rück­flug (mit Umstieg in Washington/ Chi­ca­go) war ange­nehm und leicht zu meis­tern, die Ner­vo­si­tät spür­te ich erst, als ich in Nash­ville lan­de­te und wuss­te, dass ich bald mei­ne bei­den Gast­schwes­tern ken­nen­ler­nen wür­de, die 16 und 18 sind.

Selbst­ver­ständ­lich benö­tigt es ein paar Stun­den bis man sich in sei­nem neu­en Umfeld wohl­füh­len wird, doch mei­ne Gast­fa­mi­lie mit ihren zwei Töch­tern, ihrem etwas jün­ge­ren Sohn und ihrem Hund berei­te­ten mir eine ganz wun­der­ba­re, pro­blem­lo­se und unver­gess­li­che Zeit, und noch immer ste­he ich in Kon­takt mit ihnen und hof­fent­lich auch noch eine ganz lan­ge, wei­te­re Zeit.

Sie küm­mer­ten sich nicht nur lie­be­voll dar­um, dass ich jeden Mor­gen und Mit­tag von ihrem Wohn­haus zu mei­nem Prak­ti­kum nach Down­town Fran­k­lin gebracht und abge­holt wur­de, son­dern ihnen lagen auch mein Wohl­be­fin­den und mei­ne Wün­sche sehr am Her­zen. In mei­ner frei­en Zeit, der Zeit außer­halb mei­nes Prak­ti­kums, erleb­te ich mit mei­nen Gast­schwes­tern vie­le wun­der­vol­le und unver­gess­li­che Momen­te.

Beson­ders beein­druckt war ich von der gemein­nüt­zi­gen Orga­ni­sa­ti­on „Best Bud­dies“. Hier han­delt es sich um ein Fri­endship Pro­gramm, d.h. eine Gele­gen­heit für per­sön­li­che Freund­schaf­ten mit Men­schen mit intel­lek­tu­el­len und kör­per­li­chen Ent­wick­lungs­stö­run­gen. Wir fuh­ren hier nach Nash­ville, um auf einer gro­ßen Büh­ne mit dem Part­ner­kind zu sin­gen und zu tan­zen. Das war wirk­lich geleb­tes Mit­ein­an­der!

In die­sen zwei Wochen habe ich nicht nur tol­le Erfah­run­gen gesam­melt und vie­le Ein­bli­cke in die ver­schie­dens­ten Berei­che der Stadt­ver­wal­tung bekom­men, son­dern auch eine der bes­ten Zei­ten mei­nes Lebens gehabt. Vie­le Men­schen und Bür­ger Fran­klins sind mir neben mei­ner Gast­fa­mi­lie und Gast­mut­ter sehr ans Herz gewach­sen und ich hof­fe sie eines Tages, ent­we­der in Fran­k­lin oder in Bad Soden (sie wis­sen, dass sie herz­lich ein­ge­la­den sind) wie­der zu sehen.

Das Prak­ti­kum ver­mit­tel­te mir tie­fe Ein­bli­cke in die rie­si­gen, gut aus­ge­bau­ten und orga­ni­sier­ten Feu­er­wehr- und Poli­zei­sta­tio­nen. In den Stadt­ab­tei­lun­gen (depart­ments) Was­ser­rei­ni­gung und Parks lern­te ich, wie Fran­k­lin ver­sucht, den Glanz der Stadt zu bewah­ren und mög­lichst effi­zi­en­te Ergeb­nis­se zu erzie­len.

Die­se bei­den Abtei­lun­gen, sowie die Abtei­lung der Müll­ent­sor­gung, bei der ich erfuhr, was mit dem Müll der Bür­ger geschieht, befin­den sich nicht in dem Stadt­ver­wal­tungs­ge­bäu­de „City Hall“, wes­halb ich by car wirk­lich alles von Fran­k­lin gese­hen habe.

In der City Hall besuch­te ich die Per­so­nal­ab­tei­lung, die Abtei­lung des Inge­nieur­we­sens und die­je­ni­gen, die Insta­gram, You­Tube und TV von Fran­k­lin anlei­ten. Auf die­se Wei­se lern­te ich unglaub­lich schnell unglaub­lich vie­le groß­ar­ti­ge Men­schen ken­nen, mit denen ich gute und tief­grei­fen­de Gesprä­che führ­te und außer­or­dent­lich viel Spaß hat­te. Schon vor Fran­k­lin war ich ein begeis­ter­ter USA-Fan, da die Städ­te, die Natur und die meis­ten Men­schen sehr offen und nett sind.

Die eng­li­sche Spra­che dau­er­haft auf einen Zeit­raum von zwei Wochen anzu­wen­den, stell­te für mich zum Glück kein Pro­blem dar. Des­to mehr ich Eng­lisch sprach, des­to mehr wuchs die Freu­de am Spre­chen die­ser Fremd­spra­che und natür­lich dann das Selbst­be­wusst­sein.

In der ers­ten Woche mei­nes Auf­ent­hal­tes war zeit­gleich auch eine Dele­ga­ti­on Bad Sode­ner Bür­ger und mir vie­ler bekann­ter Gesich­ter zu Besuch in Fran­k­lin. Sie wohn­ten eben­falls alle in net­ten und gast­freund­li­chen Fami­li­en, und es war immer eine Über­ra­schung, sie auf eini­gen Ver­an­stal­tun­gen zu tref­fen. Über die Orga­ni­sa­ti­on der Städ­te­part­ner­schaft wur­den zum Bei­spiel eini­ge Male auf bedeu­ten­den Far­men oder auch in einem alten Golf-Club sehr gesel­li­ge Lun­ches orga­ni­siert, die den Kon­takt und den Aus­tausch von uns Deut­schen mit den Ame­ri­ka­nern stärk­te; die­se Tref­fen gefie­len mir beson­ders.

Zusam­men­fas­send und rück­bli­ckend war das zwei­wö­chi­ge Prak­ti­kum des IKUS unein­ge­schränkt emp­feh­lens­wert, da es einem jun­gen Men­schen so vie­le neue Chan­cen bie­tet, man neue Sei­ten an sich sel­ber ken­nen lernt und zwei Kul­tu­ren aus­ge­tauscht wer­den.

Dau­er­haft spie­le ich mit dem Gedan­ken nach dem Abitur auf jeden Fall noch ein­mal nach Fran­k­lin und zu mei­ner Gast­fa­mi­lie zurück­zu­keh­ren und ihnen allen einen Besuch abzu­stat­ten, so gut hat es mir gefal­len.